Recht auf Nahrung

Inhalt

Situation
Das Recht auf Nahrung im internationalen Recht
Staatenpflichten unter dem Rcht auf Nahrung
FIAN und das Recht auf Nahrung
mehr Informationen

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Situation

Das Recht auf Nahrung ist eines der am verbreitetsten verletzten Menschenrechte. Obwohl genügend Nahrung produziert wird, um die Menschheit zu ernähren, leiden schätzungsweise etwa eine Milliarde Leute auf der Welt an Hunger und Mangelernährung. Nur ein kleiner Prozentsatz davon kann Naturkatastrophen oder Bürgerkriegen zugeschrieben werden. Die grosse Mehrheit leidet an chronischem Hunger im Alltag. Zu wenig und qualitativ schlechte Lebensmittel, verschmutztes Wasser und die daraus entstehenden Krankheiten gehören zum normalen Leben dieser Frauen, Männer und Kinder. Es fehlt ihnen an Kontrolle über grundlegende Ressourcen wie Land, Saatgut oder Einkommen, um sich selbst angemessen ernähren zu können. Es fehlt ihnen auch an politischer Macht und Zugang zur Justiz, um ihre Rechte einzufordern.

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Das Recht auf Nahrung im internationalen Recht

Das Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht und eine anerkannte bindende Verpflichtung unter internationalem Recht. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 anerkannte in Artikel 25 zum ersten Mal das Recht auf Nahrung als Menschenrecht. Es wurde dann im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (Artikel 11) verankert, der 1966 verabschiedet und mittlerweile von 160 Staaten ratifiziert worden ist. Diese sind rechtlich an die Bestimmungen des Pakts gebunden. Die massgeblichste Interpretation des Rechts auf Nahrung durch die UNO enthält der Allgemeine Kommentar Nr. 12 des UN-Ausschusses für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (CESCR) von 1999:

«Das Recht auf angemessene Nahrung ist dann verwirklicht, wenn jeder Mann, jede Frau und jedes Kind, einzeln oder gemeinsam mit anderen, jederzeit physisch und wirtschaftlich Zugang zu angemessener Nahrung oder Mitteln zu ihrer Beschaffung hat.»

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Staatenpflichten unter dem Recht auf Nahrung

Gemäss dem Allgemeine Kommentar Nr. 12 bringt das Recht auf Nahrung drei Arten von Pflichten mit sich:

Die Achtungspflicht gegenüber dem bestehenden Zugang zu angemessener Nahrung erfordert, dass die Vertragsstaaten keine Massnahmen ergreifen, welche die Verhinderung dieses Zugangs zur Folge haben.

Die Schutzpflicht erfordert Massnahmen des Staates, durch die sichergestellt wird, dass Unternehmen oder Einzelpersonen Menschen nicht den Zugang zu angemessener Nahrung vorenthalten.

Die Gewährleistungspflicht (Förderungspflicht) bedeutet, dass der Staat aktiv darauf hinwirken muss, den Menschen den Zugang zu und die Nutzung von Ressourcen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts zu erleichtern. Schliesslich haben die Staaten immer dann, wenn eine Einzelperson oder eine Gruppe aus Gründen ausserhalb ihres Einflusses nicht in der Lage ist, das Recht auf angemessene Nahrung mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln wahrzunehmen, die Pflicht zur unmittelbaren Gewährleistung dieses Rechts (Bereitstellungspflicht). Diese Verpflichtung erstreckt sich auch auf Opfer von Natur- oder anderen Katastrophen.

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FIAN und das Recht auf Nahrung

Das Menschenrecht auf Nahrung bildet den Kern der Arbeit von FIAN. In den Jahrzehnten seit unserer Gründung haben wir erreicht, dass dieses Recht einen zentralen Platz in der internationalen Politik eingenommen hat. Erfolgreiche Initiativen von FIAN waren z.B. die Einführung eines Beschwerdeverfahrens im Rahmen des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte im Jahr 2009 sowie die Verabschiedung der Freiwilligen Leitlinien zum Recht auf Nahrung durch die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der UNO (FAO) im Jahr 2004.

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mehr Informationen

Recht auf Nahrung allgemein / international

► Website des OHCHR, Bereich zum Recht auf Nahrung / Sonderberichterstatter/in für das Recht auf Nahrung

► Website der FAO, Seiten zum Recht auf Nahrung

► Website des OHCHR, Sammlung der offiziellen UN-Dokumente zum Recht auf Nahrung und Sammlung anderer Dokumente zum Recht auf Nahrung

► Website des früheren Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter

► Website von Jean Ziegler, früherer Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung

► Fact Sheet No. 34 «The Right to Adequate Food» des Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (2010)

► Buch «Freedom from Want. The Human Right to Adequate Food» von George Kent (Georgetown University Press, 2005)

► Video «The Right to Food – A People’s Struggle» von FIAN International

Recht auf Nahrung in der Schweiz

► Studie «The Right to Food in Basel City», ausgearbeitet von Carine Eyholzer, Nathalie Huber und John Arber im Rahmen der Human Rights Clinic an der Universität Basel, in Zusammenarbeit mit FIAN Schweiz, 2015

► Bericht «Le droit à une alimentation adéquate à Genève : Résultats d’enquête et recommandations aux autorités genevoises», ausgearbeitet für FIAN Schweiz von Laurence Deschamps-Léger, Ladina Knapp und Arnaud Waeber am Graduate Institute in Genf, 2010.

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